

Trainingsphilosophie
Früher, in der Zeit als die Schäfer noch die Berge und Highlands bewirtschafteten, waren die Hunde ihre Rechte Hand. Mensch und Border Collie bildeten ein Team. Da wurde zusammengelebt und gearbeitet - der Hund begleitet seinen Menschen 24 Stunden am Tag,
7 Tage die Woche. Oft hatte es den Eindruck als können beide Teampartner die Gedanken des anderen lesen. Auf diese Weise
entstand eine einzigartige Bindung, die so stark war, das man heute
noch in Geschichten davon erzählt.
Eine solche Bindung heute zu erreichen ist schwierig, da viele von uns nicht 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche mit ihren Hunden
verbringen können. Und dennoch ist es möglich ein besonderes
Band zu knüpfen.
Im Training meiner Hunde ist genau dies das Ziel- Mensch
und Hund zu einem Team werden zu lassen, das auch den größeren Herausforderungen in der täglichen Arbeit gewachsen ist und den
Hund als mitdenkenden Teampartner anerkennt und einsetzt.
Die Arbeit am Vieh ist weitaus mehr als eine Gehorsamsübung!
Deshalb bildet das Verständnis für das instinktive Verhalten Deines Hundes die Grundlage für die Ausbildung und Arbeit am Vieh.
Während des Trainings ist es wichtig ein Verständnis dafür zu entwickeln wie
Border Collies "ticken".
Denn erst wenn Du selbst als Teamleader verstehst warum Dein Hund etwas tut kannst Du die Situation so verändern das Dein Hund sich
zu 100 % in die Arbeit mit einbringt.
Roundpen - Nein Danke!
Grundsätzlich bin ich kein Fan von vielen Hilfsmitteln und ganz besonders nicht von einem Roundpen.
Der Roundpen befriedigt das Bedürfnis des Menschen nach Sicherheit aber er trägt den Bedürfnissen von Hund und Schaf kaum bis gar keine Rechnung.
Der Raum in so einem Pferch ( ganz egal wie groß) ist grundsätzlich begrenzt. Ja, die Schafe können dort nicht weg laufen - das ist aber auch der einzige Vorteil.
Für mich überwiegen hier jedoch die Nachteile:
Die Schafe können sich für den Hund nicht fei bewegen. Kaum hat der Hund sie anbewegt stehen sie schon beim Menschen oder am Rand des Pens. Ein ruhiges arbeiten und fühlen der Schafe ist für den Hund nicht oder nur eingeschränkt möglich.
Ein eher zurückhaltender Hund mag oft in so einem Pen erstmal nicht los laufen.
Ein nervöser / aufgeregter oder schnell zu frustrierender Hund wird eher versuchen die Schafe zu disziplinieren.
Mitdenken ist wichtig
In der Praktischen Arbeit gibt es immer wieder Situationen in denen wo ich darauf angewiesen das meine Hunde mitdenken. Z.b. beim Verladen. Wenn der Hund schon sehr viel früher als ich erkennt das ein Tier am Anhänger vorbei laufen möchte, erwarte ich das mein Hund ein von mir gegebenes Lay down Kommando überhöhrt und das Schaf am weglaufen hindert.
Oder wenn die Schafe von einer unübersichtlichen Fläche eingesammelt werden müssen, ist selbstständiges Arbeiten die Grundlage für ein gemeinsames Arbeiten.
Deshalb beginne ich während der Ausbildung des Hundes eben nicht erst mit Gehorsam sondern damit den Hund seinen Instinkt ausporbieren zu lassen. Die Aufgabe des Menschen während dieser Trainingseinheiten ist aus dem gezeigten Verhalten ein gewünschtes Arbeitsverhalten zu entwickeln. Das erfordert Flexibilität, eine gute Beobachtungsgabe und Geduld.
Belohnt wird man dafür aber mit einem Hund der auch in schwierigen Situationen sich zu 101 % für sein Team einsetzt und kein Schaf zurück lässt.